Digitale Streetwork im Bereich Glücksspielsucht: "streetwork.gambling"

Aufsuchende soziale Arbeit im digitalen Raum

Das Projekt "streetwork.gambling" stellt ein internetbasiertes, aufsuchendes und leicht zugängliches Beratungs- und Unterstützungsangebot für Menschen mit Glücksspielerfahrung dar. Im Rahmen des trägerübergreifenden und bayernweiten Projekts „Digitale Streetwork im Netz (DigiStreet)“ wird die LSG seit Juli 2023 durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege gefördert.

Website des Angebots

  • Anbieter: Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG)
  • Ort: Bayernweit
  • Laufzeit: 01.01.2023 bis 01.12.2027
  • Thema: Psychische Gesundheit stärken
    Sucht vorbeugen
    Schäden von Glücksspiel reduzieren
  • Lebenswelt: Kein Setting-Bezug
  • Altersgruppe: Jugendliche (13-17 Jahre)
    Junge Erwachsene (18-29 Jahre)
    Erwachsene (30-64 Jahre)
    Ältere (ab 65 Jahre)
  • Form: Digitales Angebot
  • Sprachen: Deutsch, Englisch

Ziel von “streetwork.gambling” ist, Menschen mit einer Affinität zum Glücksspiel präventiv und interventiv zu erreichen, die über die traditionellen Hilfeangebote bisher nicht angesprochen werden konnten. Die digitalen Streetworkerinnen und Streetworker klären über Risiken, Gefahren von Glücksspielen und über Spiel- und Werbemechanismen der Glücksspielindustrie auf. Bei Bedarf wird Betroffenen eine niedrigschwellige Unterstützung oder eine Weitervermittlung ins reguläre Hilfesystem angeboten. So soll der Entstehung eines problematischen Glücksspielverhaltens frühzeitig entgegenwirkt werden und Personen, die bereits eine Glücksspielstörung entwickelt haben, sollen Anstöße für einen Ausstieg aus dem problematischen Verhalten gegeben werden.

Die Streetworkerinnen und Streetworker der LSG sind erfahrene Mitarbeitende der Fachstellen der LSG. Sie arbeiten bedürfnis-, lebenswelt- und alltagsorientiert. Sie suchen aktiv Chaträume und Foren auf, informieren sich über neue Trends und nutzen die Vielfalt der Plattformen. Durch die regelmäßigen Einsätze schaffen sie sich in diesen Räumen Bekanntheit und Vertrauen.

Durch Aufklärung über Glücksspiele, Abhängigkeit, Hilfemöglichkeiten und das Angebot einer persönlichen Beratung möchte die LSG der Entstehung eines problematischen Glücksspielverhaltens oder pathologischen Spielens entgegenwirken bzw. bereits betroffenen Personen eine Risikominimierung oder gar einen Ausstieg aus dem problematischen Glücksspielverhalten ermöglichen.

Die Zielgruppe von streetwork.gambling sind hauptsächlich junge Erwachsene, aber auch Jugendliche und erwachsene Glücksspielende. Vor allem jene Personen sollen erreicht werden, die mit bislang bestehenden Hilfeangeboten (noch) nicht oder unzureichend erreicht werden. Die Streetworkerinnen und Streetworker akzeptieren die von der Klientel gewählte Plattform und Form der Unterhaltung, weisen aber immer auf die Möglichkeit einer Verlegung des Gesprächs auf die kostenlose und datensichere Beratungsplattform PlayChange der LSG hin. Bei Bedarf werden Betroffene in das Hilfesystem vor Ort vermittelt.

Das Angebot setzt die Prinzipien der Niederschwelligkeit, Lebensweltorientierung, Vertrauen, Transparenz, geschlechtergerechten Arbeit, Verbindlichkeit und Freiwilligkeit sowie Parteilichkeit und Akzeptanz der Zielgruppe um.

Die LSG-Geschäftsstelle koordiniert das Projekt und seine Beteiligten und sorgt für die passenden Rahmenbedingungen. Durch Monitoring, einer Vernetzung mit den weiteren Akteurinnen und Akteuren von “DigiStreet” und im Bereich digitale Streetwork allgemein, aber vor allem durch den engen Austausch untereinander werden Vorgehensweisen und Einsatzgebiete kontinuierlich optimiert.

Das Projekt “DigiStreet” wurde im Mai 2026 mit dem 9. IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) in der Kategorie “Gesundheit 4.0” ausgezeichnet.

  • Ansatz: Verhaltens- und Verhältnisprävention
  • Förderung: Förderung durch das bayerische StMGP im Rahmen des Projekts "DigiStreet"
  • Qualitätskriterien: Erkenntnisse aus der Gesundheitsberichterstattung
    Bedarfsermittlung
    Partizipation (Beteiligung, Mitbestimmung, Teilhabe)
    Qualitätssicherung/-management
    Niedrigschwellige Arbeitsweise (Barrierearmut, Inklusion, gleichberechtigte Teilhabe)
    Gesundheitliche Chancengleichheit
  • Zertifizierung: hat den IBK Preis erhalten

Anbieter

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG)
Edelsbergstr. 10
80686 München

Lisa Mehrbrodt
Telefon: 089552735914
E-Mail-Adresse: lisa.mehrbrodt@lsgbayern.de

Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ist die zentrale Schnittstelle aller an der Prävention, Suchthilfe, Suchtforschung und Beratung bei Glücksspielsucht beteiligter Organisationen und Akteure. Beteiligt an der LSG sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS gGmbH, das IFT Institut für Therapieforschung und auch der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e. V. Die LSG wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention finanziert.

https://www.lsgbayern.de

Letzte Aktualisierung: 11.05.2026

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