HaLT in Bayern - Hart am LimiT

HaLT ist ein alkoholspezifisches Präventionsprogramm für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre, das auch bei Mischintoxikationen im Zusammenhang mit Alkohol greift. Zentrales Merkmal ist der Netzwerkansatz mit Kooperationen über die Grenzen des Suchthilfesystems hinaus.

HaLT ist ein Alkoholpräventionsprogramm. Es bietet jungen Menschen bis 21 Jahre, die aufgrund einer akuten Alkoholintoxikation bzw. einer Mischintoxikation in einer Klinik behandelt werden müssen oder die im Zusammenhang mit einem alkoholbezogenen Vorfall in anderen Institutionen auffällig geworden sind, sowie ggfs. deren Eltern, eine Beratung und falls nötig die Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote (reaktiver Projektteil: indizierte Prävention). Zugleich richtet es sich an Verantwortliche in der Kommune, geeignete Maßnahmen in der Alkoholprävention zu ergreifen und auf die Einhaltung des Jugendschutzes zu achten (proaktiver Projektteil: strukturelle und universelle Prävention).

Website des Angebots

  • Anbieter: Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS)
  • Ort: Bundesweit
  • Laufzeit: Ab 01.12.2007
  • Thema: Sucht vorbeugen
    Alkoholkonsum in verantwortungsvollen Grenzen halten
  • Lebenswelt: Familie
    Schule
    Verein
    Kommunales Setting
    Einrichtung der (teil-) stationären Versorgung
  • Altersgruppe: Jugendliche (13-17 Jahre)
    Junge Erwachsene (18-29 Jahre)
  • Form: Präsenzangebot
    Informationsmaterial (print, online)

An knapp 30 Standorten Bayerns in allen sieben Regierungsbezirken, d. h. sowohl in ländlichen Bereichen wie auch in den Städten, wurden – gemäß dem HaLT-Konzept und doch mit einer ganz individuellen Ausgestaltung – Netzwerke geknüpft, zielgruppengerechte Maßnahmen und Materialien entwickelt. Es werden Aktionen durchgeführt sowie die Öffentlichkeit informiert und sensibilisiert. Dabei besteht das Ziel stets darin, eine kommunal verankerte Präventionsstrategie bezogen auf Alkoholmissbrauch zu schaffen.

Konkret werden durch HaLT:

  • Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre mit riskantem Alkoholkonsum (besonders mit schwerer Alkoholintoxikation im Krankenhaus) systematisch erreicht;

  • Reflexion und Risikokompetenz bei den Betroffenen gefördert (Einzelberatung, Gruppenangebot) sowie bei Bedarf weiterführende Hilfen eingeleitet;

  • kommunale Konzepte zur Reduzierung alkoholbedingter Schädigungen implementiert bzw. ausgebaut;

  • Erkenntnisse über die Häufigkeit und die Begleitumstände exzessiven Trinkens gewonnen.

Das HaLT-Konzept verfolgt zwei zentrale Ansätze:

1. Reaktiver Baustein

Ziel:
Implementierung von Interventionsangeboten für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahre mit gesundheitsschädlichem Alkoholkonsum (bzw. Mischkonsum im Zusammenhang mit Alkohol) sowie ggfs. deren Eltern.

Maßnahmen:

  • Sofortintervention“ mit Jugendlichen, z. B. in der Klinik, aber auch in anderen Institutionen und Organisationen wie Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit oder der Jugendstaatsanwaltschaft

  •  Beratungsangebot für Eltern (Elternintervention)

  •  „Risiko-Check“ als Gruppen- oder Einzelangebot inkl. Abschlussgespräch

  •  Bei Bedarf: Einleitung weiterführender Hilfen

  •  Erfassung quantitativer und qualitativer Daten zum riskanten Alkoholkonsum

2. Proaktiver Baustein

Ziel:
Sensibilisierung der Bevölkerung für die Risiken des Alkoholkonsums und konsequente Umsetzung des Jugendschutzes auf kommunaler Ebene zur Vorbeugung/Verhinderung des exzessiven Rauschtrinkens.

Maßnahmen:

  • Konsequente Umsetzung des Jugendschutzes bei Veranstaltungen, im Handel, etc.

  • Sensibilisierung von Eltern, Lehrkräften, Verkaufspersonal, etc.

  • breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit

Das Alkoholpräventionsprogramm HaLT wird in Bayern inzwischen an knapp 30 Standorten, verteilt über alle sieben Regierungsbezirke umgesetzt. Seit Projektstart Ende 2007 wurden über 16.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Alkoholintoxikation bzw. starkem Rausch im reaktiven Projektteil mit einem Beratungsgespräch zum individuellen Alkoholkonsum erreicht. In sehr vielen Fällen wurde die Kurzintervention (=Sofortintervention) direkt in der Klinik noch am Krankenbett durchgeführt. Der Anteil der alternativen Zugangswege aus anderen Institutionen und Organisationen, wie Schulen, Einrichtungen der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit oder der Jugendstaatsanwaltschaft, steigt seit einigen Jahren jedoch kontinuierlich an, sodass inzwischen mehr als ein Drittel der Jugendlichen über andere Zugangswege als die Klinik erreicht werden.

In einem Großteil der Kurzinterventionen bestand zudem Kontakt zu den Eltern, die durch ein Beratungsangebot (= Elternintervention) unterstützt werden konnten. Der sogenannte Risiko-Check, eine vertiefende Intervention, die die Möglichkeit bietet, den eigenen Alkoholkonsum zu reflektieren, ergänzt das Angebot.

Im proaktiven Projektteil sind die HaLT-Standorte sowohl im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit als auch in der Prävention aktiv. Es haben bereits tausende Maßnahmen stattgefunden – regional angepasst an die spezifischen Bedürfnisse vor Ort. Zielgruppen der Präventionsarbeit sind vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene selbst, anteilsmäßig gefolgt von professionellen Helferinnen und Helfern als Multiplizierende und Eltern. Insgesamt am häufigsten wurden Präventionsmaßnahmen an Schulen durchgeführt, doch auch die Kinder- und Jugendhilfe und der Freizeitbereich waren wichtige Settings, in denen proaktive Alkoholprävention innerhalb von HaLT in Bayern stattfand.

  • Ansatz: Verhaltens- und Verhältnisprävention
  • Förderung: GKV-Bündnis für Gesundheit, Initiative Gesund.Leben.Bayern. / Präventionsfonds des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention
  • Evaluation: Interne Prozessevaluation
    Interne Ergebnisevaluation
  • Zertifizierung: ist in der Grünen Liste Prävention geführt

Anbieter

Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS)
Landwehrstr. 60-62
80336 München

Annalena Koytek
Telefon: 089 53073015
E-Mail-Adresse: annalena.koytek@bas-muenchen.de

Die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen (BAS) beschäftigt sich als Transferinstitut zwischen Forschung und Praxis mit wissenschaftlichen und praxisbezogenen Fragen der Prävention und Behandlung von Suchterkrankungen. Sie wurde 1997 gegründet, um das öffentliche Gesundheitswesen im Suchtbereich zu fördern. Zum Themenkreis der BAS gehören körperliche und psychosoziale Störungen im Zusammenhang mit Alkohol, Nikotin, illegalen Drogen, psychoaktiv wirkenden Medikamenten, Crystal Meth oder Neuen Psychoaktiven Substanzen. Darüber hinaus befasst sich die BAS mit Verhaltenssüchten.

https://www.bas-muenchen.de

Letzte Aktualisierung: 13.05.2026

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